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Freitag, 5. Februar 2010
Roman eines Schicksallosen - Die erste Sitzung
marek_bergmann, 19:47h
Gestern trafen wir uns zum ersten Mal, um über obenstehenden Roman zu reden.
Die anfänglichen Kommentare rangierten dabei von "teilweise unerträgliche Sprache" (Almut) bis zu "hervorragende Umsetzung" (Adelheid). Zunächst widmeten wir uns dann auch der Sprache. Ist diese eine Jugendsprache und als solche überzeugend? Daran schloss sich die Frage, was überhaupt unter Jugendsprache zu verstehen ist. Muss diese notwendigerweise Slangaudrücke mit sich führen oder ist darunter vielmehr die Beibehaltung der Perspektive eines 15-jährigen zu verstehen? Im vorliegenenden Fall ist klar letzteres der Fall. Zudem wurde später geklärt, dass hier keinesfalls ein mündlicher Jargon dargestellt werden soll sondern vielmehr das manchmal ungelenke Schriftdeutsch eines Lateinschülers, was auch die bisweilen seltsamen Partizipialkonstruktionen erklärt. Ist nun die auf diese Art dargestellte Sichtweise der eines 15-jährigen gemäß? Auffallend bei der Beantwortung dieser Frage war der sehr affirmative Tonfall (kennzeichnend hierfür das gehäufte Auftreten von Wendungen wie "das war ja ganz natürlich") , der im Kontrast zu den erlebten Schrecken steht. Ist dies glaubhaft oder das bis kurz vor Schluss Fehlen jeglicher Reflektion, jeglicher Verzweiflung vielleicht doch etwas zu kalkuliert gewählt? Dazu wurde zunächst festgestellt, dass man bei einem Jugendlichen doch mehr Rebellion erwartet, statt wie hier ein immer noch stark gegebenes Vertrauen in die Ordnung der Erwachsenenwelt, die letztlich alles in Ordnung bringen wird. Doch hier setzten erneut die Fragen ein: Verlief die Pubertät eines 15-jährigen 1943 in Ungarn zur Zeit der Besetzung wirklich genau so wie wir es heute im friedlichen Deutschland gewohnt sind? Ferner wurde bemerkt, dass seine Situation doch eine andere ist als z.B. die von Holden Caulfield in Catcher in the Rye. Während Holden sein Heimatland nicht verläßt und im wesentlichen an seiner Umgebung Anstoß nimmt, kommt György in ein fremdes Land, was ihm nicht unwillkommen ist. Auch wenn der Vergleich etwas bizarr anmutet, kann man an ein Austauschjahr heutiger Jugendlicher denken, bei dem man ebenfalls wesentlich positiver gestimmt und mehr daran interessiert ist, was es alles in dem neuen Land gibt und nichts vorschnell abqualifizieren möchte. Selbst unter dieser Prämisse wirkt die Abwesenheit von Klage oder Mutlosigkeit doch merkwürdig an, wenn z.B. der György von Auschwitz nach Buchenwald deportiert wird und erzählt. "... und da habe ich sie [die winzige Essensration] auch gleich gegessen, einerseits weil ich hungrig war, andererseits weil ich sie im Zug gar nicht recht hätte verstauen können, nun ja, und dann hatten sie uns schließlich auch nicht mitgeteilt, daß die Reise auch diesmal drei Tage dauern würde."
Kurz unterhielten wir uns über die Entstehungszeit des Romans, die wohl sehr lange gedauert haben muss und dass Kértesz darunter litt, dass er nichts zur finanziellen Situation der Familie beitrug, während sein Frau putzen musste. Als Grund für die lange Entstehungszeit berichtete Kértesz in seinem Buch Das Dossier K, dass er lange für eine adäquate Darstellungsform gebraucht hatte und nicht wußte, welche Details er weglassen solle. Die Frage Roman oder Autobiographie (die sich uns allerdings nicht stellte) beantwortete er klar mit Roman, da er doch einige Details veränderte. Anfangs wurde kurz gemutmaßt, ob die Übersetzung die Qualität der Sprache verändert hat, was aber mit dem Hinweis auf Kertész Deutschkenntnisse verneint wurde. Übereinstimmend wurde die Unerträglichkeit des Klappentexts der rororo-Ausgabe gebrandmarkt, welcher unter anderem von der Entmystifizierung von Auschwitz spricht, obwohl György dort nur ein Bruchteil seiner Lagerzeit verbringt. Die Frage, ob seine spezielle Art der Darstellung des Lagerlebens von anderen Überlebenden als anstößig empfunden wurde, verneinten wir schon aus dem einfachen Grund, da er ja ein Schicksalsgenosse war.
Der Anfang wirkte zumindest auf mich wesentlich kraftvoller und detaillierter als die späteren Geschehnisse im Lager. Dies kann damit zusammenhängen, dass György aufgrund seines körperlichen Verfalls nicht mehr in der Lage ist so genau wie am Anfang zu beobachten. Dann sind es ja meistens bei Veränderungen die ersten Tage, welche besonders stark im Gedächtnis bleiben, wohingegen alle folgende als mehr ununterscheidbare Masse wahrgenommen wirkt. Näher gingen wir auch auf die Stiefmutter ein und einigten uns darauf sie als unsicherer und tendenziell opportunistisch zu beschreiben.
Als außerordentlich fruchtbar erschien uns die vorangegangene Lektüre von Herta Müllers Atemschaukel. In der direkten Aufeinanderfolge wurde sichtbar, wie unterschiedlich die Perspektive ist. So wirkte jetzt die Beschreibung von Leo Auberg wesentlich düsterer, dort spielten Hunger und die Unerträglichkeit der Arbeit eine wesentlich größere Rolle. Auch wirkt er älter als Leo und auf Grund der Homosexualität distanzierter von den anderen Menschen. Ebenso nimmt dort die Rückkehr einen wesentlich größeren Raum ein. Gerade der Rückkehr in Kerész Buch wollten wir uns beim nächsten Treffen ausführlicher widmen. Was sagt seine Tirade am Schluss gegen Steiner über Györgys Sicht seines Aufenthalts im Lager? Zu diesem Thema gehört auch noch Mal die Frage nach dem Titel des Buchs. Angedeutet wurde schon eine fremde "ungarische" Perspektive. Aber wie genau ist diese zu definieren? Ebenso gehört seine Zeit in der Krankenstation auf den Tagesplan. Wie genau ist es dem Roman selbst zu entnehmen, dass er seine wunderbare Rettung einer vorhandenen Widerstandbewegung verdankt?
Die anfänglichen Kommentare rangierten dabei von "teilweise unerträgliche Sprache" (Almut) bis zu "hervorragende Umsetzung" (Adelheid). Zunächst widmeten wir uns dann auch der Sprache. Ist diese eine Jugendsprache und als solche überzeugend? Daran schloss sich die Frage, was überhaupt unter Jugendsprache zu verstehen ist. Muss diese notwendigerweise Slangaudrücke mit sich führen oder ist darunter vielmehr die Beibehaltung der Perspektive eines 15-jährigen zu verstehen? Im vorliegenenden Fall ist klar letzteres der Fall. Zudem wurde später geklärt, dass hier keinesfalls ein mündlicher Jargon dargestellt werden soll sondern vielmehr das manchmal ungelenke Schriftdeutsch eines Lateinschülers, was auch die bisweilen seltsamen Partizipialkonstruktionen erklärt. Ist nun die auf diese Art dargestellte Sichtweise der eines 15-jährigen gemäß? Auffallend bei der Beantwortung dieser Frage war der sehr affirmative Tonfall (kennzeichnend hierfür das gehäufte Auftreten von Wendungen wie "das war ja ganz natürlich") , der im Kontrast zu den erlebten Schrecken steht. Ist dies glaubhaft oder das bis kurz vor Schluss Fehlen jeglicher Reflektion, jeglicher Verzweiflung vielleicht doch etwas zu kalkuliert gewählt? Dazu wurde zunächst festgestellt, dass man bei einem Jugendlichen doch mehr Rebellion erwartet, statt wie hier ein immer noch stark gegebenes Vertrauen in die Ordnung der Erwachsenenwelt, die letztlich alles in Ordnung bringen wird. Doch hier setzten erneut die Fragen ein: Verlief die Pubertät eines 15-jährigen 1943 in Ungarn zur Zeit der Besetzung wirklich genau so wie wir es heute im friedlichen Deutschland gewohnt sind? Ferner wurde bemerkt, dass seine Situation doch eine andere ist als z.B. die von Holden Caulfield in Catcher in the Rye. Während Holden sein Heimatland nicht verläßt und im wesentlichen an seiner Umgebung Anstoß nimmt, kommt György in ein fremdes Land, was ihm nicht unwillkommen ist. Auch wenn der Vergleich etwas bizarr anmutet, kann man an ein Austauschjahr heutiger Jugendlicher denken, bei dem man ebenfalls wesentlich positiver gestimmt und mehr daran interessiert ist, was es alles in dem neuen Land gibt und nichts vorschnell abqualifizieren möchte. Selbst unter dieser Prämisse wirkt die Abwesenheit von Klage oder Mutlosigkeit doch merkwürdig an, wenn z.B. der György von Auschwitz nach Buchenwald deportiert wird und erzählt. "... und da habe ich sie [die winzige Essensration] auch gleich gegessen, einerseits weil ich hungrig war, andererseits weil ich sie im Zug gar nicht recht hätte verstauen können, nun ja, und dann hatten sie uns schließlich auch nicht mitgeteilt, daß die Reise auch diesmal drei Tage dauern würde."
Kurz unterhielten wir uns über die Entstehungszeit des Romans, die wohl sehr lange gedauert haben muss und dass Kértesz darunter litt, dass er nichts zur finanziellen Situation der Familie beitrug, während sein Frau putzen musste. Als Grund für die lange Entstehungszeit berichtete Kértesz in seinem Buch Das Dossier K, dass er lange für eine adäquate Darstellungsform gebraucht hatte und nicht wußte, welche Details er weglassen solle. Die Frage Roman oder Autobiographie (die sich uns allerdings nicht stellte) beantwortete er klar mit Roman, da er doch einige Details veränderte. Anfangs wurde kurz gemutmaßt, ob die Übersetzung die Qualität der Sprache verändert hat, was aber mit dem Hinweis auf Kertész Deutschkenntnisse verneint wurde. Übereinstimmend wurde die Unerträglichkeit des Klappentexts der rororo-Ausgabe gebrandmarkt, welcher unter anderem von der Entmystifizierung von Auschwitz spricht, obwohl György dort nur ein Bruchteil seiner Lagerzeit verbringt. Die Frage, ob seine spezielle Art der Darstellung des Lagerlebens von anderen Überlebenden als anstößig empfunden wurde, verneinten wir schon aus dem einfachen Grund, da er ja ein Schicksalsgenosse war.
Der Anfang wirkte zumindest auf mich wesentlich kraftvoller und detaillierter als die späteren Geschehnisse im Lager. Dies kann damit zusammenhängen, dass György aufgrund seines körperlichen Verfalls nicht mehr in der Lage ist so genau wie am Anfang zu beobachten. Dann sind es ja meistens bei Veränderungen die ersten Tage, welche besonders stark im Gedächtnis bleiben, wohingegen alle folgende als mehr ununterscheidbare Masse wahrgenommen wirkt. Näher gingen wir auch auf die Stiefmutter ein und einigten uns darauf sie als unsicherer und tendenziell opportunistisch zu beschreiben.
Als außerordentlich fruchtbar erschien uns die vorangegangene Lektüre von Herta Müllers Atemschaukel. In der direkten Aufeinanderfolge wurde sichtbar, wie unterschiedlich die Perspektive ist. So wirkte jetzt die Beschreibung von Leo Auberg wesentlich düsterer, dort spielten Hunger und die Unerträglichkeit der Arbeit eine wesentlich größere Rolle. Auch wirkt er älter als Leo und auf Grund der Homosexualität distanzierter von den anderen Menschen. Ebenso nimmt dort die Rückkehr einen wesentlich größeren Raum ein. Gerade der Rückkehr in Kerész Buch wollten wir uns beim nächsten Treffen ausführlicher widmen. Was sagt seine Tirade am Schluss gegen Steiner über Györgys Sicht seines Aufenthalts im Lager? Zu diesem Thema gehört auch noch Mal die Frage nach dem Titel des Buchs. Angedeutet wurde schon eine fremde "ungarische" Perspektive. Aber wie genau ist diese zu definieren? Ebenso gehört seine Zeit in der Krankenstation auf den Tagesplan. Wie genau ist es dem Roman selbst zu entnehmen, dass er seine wunderbare Rettung einer vorhandenen Widerstandbewegung verdankt?
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Dienstag, 19. Januar 2010
Atemschaukel - die anderen beiden Drittel
bernd_buch, 03:23h
Dem, was ich früher geschrieben habe, habe ich nicht viel hinzuzufügen. Und Almut stimme ich im Wesentlichen zu.
Für die Lektüre habe ich lange gebraucht; ich habe mich dabei recht gelangweilt. Wiederholungen. Wiederholungen. Natürlich kann man sagen: "Das Lagerleben war nun mal eintönig - ist doch gut dargestellt." Aber bloße Wiederholung des Selben macht keinen Roman. Und eine Kunst der Wiederholung mittels Variation, Steigerung etc. wie mans bei Thomas Bernhard oder Ror Wolf findet, bekommt Herta Müller nur selten hin.
Vielleicht auch aus Langeweile hat mir das Kapitel "Von der Langeweile" (S. 202 ff.) recht gut gefallen. Da, einmal, kommt ein Rhythmus, eine Steigerung bei gleichzeitiger Monotonie zustande. Leider ist aber auch hier wieder der Schluss verhunzt. Die Sache mit den Schuhen (S. 209f) zerstört die Komposition.
Der Schluss - die Zeit nach dem Lager - hat mir etwas besser gefallen, als das Vorangegangene. Aber auch das nur, weil er weniger dröge ist, als alles davor.
Für die Lektüre habe ich lange gebraucht; ich habe mich dabei recht gelangweilt. Wiederholungen. Wiederholungen. Natürlich kann man sagen: "Das Lagerleben war nun mal eintönig - ist doch gut dargestellt." Aber bloße Wiederholung des Selben macht keinen Roman. Und eine Kunst der Wiederholung mittels Variation, Steigerung etc. wie mans bei Thomas Bernhard oder Ror Wolf findet, bekommt Herta Müller nur selten hin.
Vielleicht auch aus Langeweile hat mir das Kapitel "Von der Langeweile" (S. 202 ff.) recht gut gefallen. Da, einmal, kommt ein Rhythmus, eine Steigerung bei gleichzeitiger Monotonie zustande. Leider ist aber auch hier wieder der Schluss verhunzt. Die Sache mit den Schuhen (S. 209f) zerstört die Komposition.
Der Schluss - die Zeit nach dem Lager - hat mir etwas besser gefallen, als das Vorangegangene. Aber auch das nur, weil er weniger dröge ist, als alles davor.
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Sonntag, 10. Januar 2010
Atemschaukel - zwei Drittel
almut_zirkel, 20:33h
Ich gebe Bernd völlig recht. Insgesamt kommen viele Stellen und Bilder ungeheuer bedeutungsschwer daher, sind aber, beim näheren Betrachten, widersinnig oder sogar Unsinn.
Schon der Anfang:
Alles, was ich habe, trage ich bei mir.
Oder: Alles Meinige trage ich mit mir.
Getragen habe ich alles, was ich hatte. Das Meinige war es nicht.
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Wörter als Stimmungserzeuger eingesetzt werden und nehme es da nicht so genau. Aber bei so einer Konstruktion MUSS man es doch genau nehmen. Und also: Wozu erst ein Fass aufmachen, um es dann Lügen zu strafen? Und wenn schon diese Konstruktion, hätte man die ersten beiden Sätze nicht in umgekehrter Reihenfolge schreiben müssen?
Dann: Das Personifizieren von Gefühlen und Gegenständen (der Hungerengel, die Langeweile, der Zement) ist ja an sich eine prima Sache. Aber hier haben so viele von ihnen so oft ein Eigenleben, dass es öde wird. Was mir andererseits gefiel: das Eigenleben von Wörtern (HOTEL, HASOWEH)
Insgesamt ist mir die Sprache auch - wie Bernd schon schrieb - zu "osteuropäisch magerlyrisch". Auch finde ich die Bilder (viel Farben, viel Natur plus ein profanes Element, was das Ganze in sich bricht) oft abgegriffen. Das ganze Kapitel der Planton-Kati (S. 101) ist für mich so ein Beispiel: Die Verrückte rennt mit flatternden Armen durch die Gegend und gurrt wie eine Taube dabei, gibt scheinbar unsinnige Antworten, deren Sinn man sich aber erschließen kann, und ist natürlich total niedlich. Wobei immerhin ur Diskussion gestellt werden muss, ob Verrückte vor sechzig Jahren tatsächlich klischee-verrückt waren als heute.
Und die Erlebnisse eines russischen Arbeitslagers vor sechzig Jahren weitgehend auf Betrachtungen von stofflichen Phänomenen wie der Kuckucksuhr, des Zements, der Schaufeln zu beschränken, finde ich theoretisch interessant - aber doch nur theoretisch. Praktisch habe ich mich oft dabei ertappt, wie ich wieder zwei Seiten gelesen hatte und meine Gedanken dabei abgeschweift waren.
Schon der Anfang:
Alles, was ich habe, trage ich bei mir.
Oder: Alles Meinige trage ich mit mir.
Getragen habe ich alles, was ich hatte. Das Meinige war es nicht.
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Wörter als Stimmungserzeuger eingesetzt werden und nehme es da nicht so genau. Aber bei so einer Konstruktion MUSS man es doch genau nehmen. Und also: Wozu erst ein Fass aufmachen, um es dann Lügen zu strafen? Und wenn schon diese Konstruktion, hätte man die ersten beiden Sätze nicht in umgekehrter Reihenfolge schreiben müssen?
Dann: Das Personifizieren von Gefühlen und Gegenständen (der Hungerengel, die Langeweile, der Zement) ist ja an sich eine prima Sache. Aber hier haben so viele von ihnen so oft ein Eigenleben, dass es öde wird. Was mir andererseits gefiel: das Eigenleben von Wörtern (HOTEL, HASOWEH)
Insgesamt ist mir die Sprache auch - wie Bernd schon schrieb - zu "osteuropäisch magerlyrisch". Auch finde ich die Bilder (viel Farben, viel Natur plus ein profanes Element, was das Ganze in sich bricht) oft abgegriffen. Das ganze Kapitel der Planton-Kati (S. 101) ist für mich so ein Beispiel: Die Verrückte rennt mit flatternden Armen durch die Gegend und gurrt wie eine Taube dabei, gibt scheinbar unsinnige Antworten, deren Sinn man sich aber erschließen kann, und ist natürlich total niedlich. Wobei immerhin ur Diskussion gestellt werden muss, ob Verrückte vor sechzig Jahren tatsächlich klischee-verrückt waren als heute.
Und die Erlebnisse eines russischen Arbeitslagers vor sechzig Jahren weitgehend auf Betrachtungen von stofflichen Phänomenen wie der Kuckucksuhr, des Zements, der Schaufeln zu beschränken, finde ich theoretisch interessant - aber doch nur theoretisch. Praktisch habe ich mich oft dabei ertappt, wie ich wieder zwei Seiten gelesen hatte und meine Gedanken dabei abgeschweift waren.
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